Sport - Tut Bewegung unserem Gehirn gut?

Sport tut gut!

Wie wirkt sich sportliche Bewegung auf unser Gehirn aus? Was passiert im Gehirn, wenn wir uns Bewegen? Schadet zu wenig Bewegung unserem Gehirn? Hier erfahren Sie mehr!

Bewegung ist gesund, stärkt die Immunabwehr und schützt vor Rückenschmerzen. Und was ist an dem Spruch “Sport macht den Kopf frei”? Heute erfahren Sie hier, was in unserem Gehirn passiert, wenn wir uns regelmäßig bewegen, und was Ihre Beinmuskulatur mit den Synapsen zu tun hat.

Sport, Neuronen und Synapsen - Was passiert im Körper?

Wissenschaftler der Uni Mailand fanden bei Tierversuchen heraus, dass sich bei Mäusen, die sich 28 Tage nur eingeschränkt bewegen konnten, sich die neuronalen Stammzellen um bis zu 70% verringert hatten gegenüber der Vergleichsgruppe an Mäusen, die Bewegungsfreiheit hatte.

Neuronen sind Nervenzellen, die in unserem Körper als eine Art Kommunikationssystem arbeiten und Reize wie z.B. Schmerz, Kälte oder Wärme übertragen. Treffen Neuronen aufeinander, so entstehen Synapsen, die die Kommunikationsschnittstelle zwischen den Neuronen bilden. Treffen sich viele Neuronen, so kommt es zur Synapsenparty oder einfach gesagt: Wir lernen.

Die Neuronen in der subventrikulären Zone, einer speziellen Hirnregion, konnten sich im Mäuseversuch aufgrund der Bewegungseinschränkung deutlich schlechter erneuern und auch im wesentlich geringeren Ausmaß. Daraus schlossen die Wissenschaftler, dass durch die Einschränkung der Vorderbeine der Nager und das reduzierte Training dazu führten, dass sich Neuronen im Mäusegehirn nicht richtig bilden konnten. Kurzum: Ohne Beinbewegung und Training weniger Hirnverknüpfungen. Zwar wurden diese Entdeckungen vorest an Mäusen gemacht, jedoch könnte so ein Zusammenhang auch im menschlichen Gehirn bestehen.

Sport ist das beste Mittel!

Fakt ist, dass Sport das beste Mittel ist um den Kopf frei zu bekommen und Stress abzubauen. Nach einem anstrengenden Arbeitstag mit viel sitzen vor einem Bildschirm wirkt Sport wie ein Neustart fürs Gehirn.

Warum ist das so?
Ich darf Ihnen vorstellen - den präfrontalen Cortex. Er sitzt gleich hinter der Stirn. Dank Ihm gelingen Ihnen Verwaltungsaufgaben, Kundengespräche, Telefonate und Vorträge. Er kann viel, doch auch sein interner Speicherplatz ist begrenzt. Nach einem Arbeitstag, an dem Sie sich vielleicht nur noch auf die Couch freuen, hätte er gerne ein anderes Programm - Bewegung! Bewegung regt nicht nur die Durchblutung des Gehirns an sondern wird auch noch im Bewegungszentum verarbeitet. Dadurch geht der präfrontale Cortex in eine Art Ruhezustand und und kann sich so rebooten. Wichtig ist aber dabei, dass der Sport gerne gemacht wird, denn wer sich beim Joggen darüber ärgert, dass er joggt schaltet seinen präfrontalen Cortex auf aktiv und ermöglicht ihm so keine Auszeit.

4 Auswirkungen von Bewegung auf unser Gehirn

  1. Sport kurbelt die Durchblutung im Gehirn an.
  2. Sport führt zu einer besseren Konzentration. Erfährt der präfrontale Cortex eine Auszeit durch Bewegung, so ist man danach konzentrierter, fokussierter und leistungsfähiger.
  3. Wer Sport treibt erinnert sich besser! Regelmäßiger Sport vergrößert den Hippocampus, einen Teil des Gehirns, der mit für unser Erinnerungsvermögen zuständig ist. Durch die erhöhte Durchblutung des Gehirns beim Sport verändern sich die Botenstoffe im Gehirn. Diese führen unter anderem dazu, dass Wachstumsfaktoren ausgeschüttet werden. So entstehen neue Verknüpfungen im Gehirn, die auch die Denkleistung stabilisieren. Vor allem Koordinations- und Ausdauertraining eignen sich dazu, die Leistung des Gehirns Aufrecht zu erhalten.
  4. Sport macht glücklich. Schon relativ kurze Trainingseinheiten von ca. 20 Minuten führen zu einer Ausschüttung von Glücksbotenstoffen im Gehirn. Wir werden glücklich.

Wie lernen Kinder?

Das Gehirn von Kindern ist weitaus flexibler als das von Erwachsenen. Neuronen von Kindern vernetzen sich um ein Vielfaches schneller. Jedoch brauchen Ihre Neuronen zum vernetzten den “ richtigen” Input. Neuronen lernen sich positiv zu verknüpfen, wenn Sie mit allen Sinnen geschult werden. Ein Kind, das eine Zitrone mit all seinen Sinnen wahrnimmt, also das anfassen und ihre Schale fühlen kann, sie riecht, sieht, schmeckt und hört, speichert die Zitrone an vielen verschiedenen Orten des Gehirns ab.

Mit all diesen Eindrücken und Gefühlen entsteht eine sehr weite Vernetzung im Gehirn. Vernetzungen zwischen Hirnregionen sind wiederum von Vorteil, um komplexe Sachverhalte zu begreifen oder Lösungen zu finden. Ein Kind das jedoch die Zitrone beispielsweise nur im Fernsehen sieht und Ihre Eigenschaften erzählt bekommt, also nur die Sinne Hören und Sehen verwendet, kann das Erlernte nicht so tief abspeichern. Die Neuronen für den Geruchs, Geschmacks- und den Tastsinn werden nicht aktiviert. Vernetzungen finden nur zwischen wenigen Regionen statt. Die Auswirkung sollte klar sein. Ebenso sieht es mit zu wenig Bewegung im Alltag von Kindern aus.

Bewegung und Sport in der Kurklinik

Bei uns im Kurzentrum Sonnenschein sind sportliche Aktivitäten ein fester Bestandteil im Tagesplan. Gerade Mütter neigen dazu in den ersten Jahren ihrer Mutterschaft den Sport nur noch sehr unregelmäßig bis gar nicht mehr zu betreiben. Dabei wäre es der perfekte Ausgleich um den Stress aus dem Alltag abzubauen und einfach mal in einer Zeit für sich selber wieder runter und zu sich zu kommen. Bei uns im Kurzentrum finden Mütter und Väter wieder die Freude an Bewegung. Und viele nehmen sich die Freude mit nach Hause.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen und Ihren Familien gesunde und bewegungsreiche Zeiten
Ihr Team des Kurzentrums Sonnenschein